Heut abend sind das Watt,
das Röhricht und die Heide
so dunkel wie ein Sack,
der siebenfach verschnürt.
Die Kühe stehen schwarz
und reglos auf der Weide.
Der Wind haucht nur ganz sacht,
so dass man ihn kaum spürt.
Die Vöglein schweigen nun.
Ein jähes Rebhuhn flattert,
erschreckt durch meinen Schritt,
mit schnurrem Flügelschlag.
Ein sturmverbogner Strauch.
Ein träumend Entchen schnattert.
Danach bleibt alles still:
So endet dieser Tag.
Der Leuchtturm auf dem Kliff
wirkt seltsam erdentbunden.
Sein Riesenauge blinkt,
sein Armepaar wirft Licht
hell – dunkel – hell
in immergleichen Runden
hinaus aufs nasse Meer.
Mich sieht der Leuchtturm nicht.
Ich wandere allein.
Die Liebste ist so ferne!
In ihrem Heidekraut –
ein andrer Enterich?
Die Wolken teilen sich,
vereinzelt blinken Sterne.
Der Wind frischt langsam auf.
Bald wird es winterlich.
(2000)
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