ein Luftzug wölbt die
Gardine prompt träume ich
etwas Gewölbtes
Erkundungen im Iwama-Tempel am Biwasee
Bashos Froschs Enkel
plumpsen zwar nicht in den Teich
aber sie quaken
Matsuo Basho (1644-1694):
der alte Weiher
ein Frosch springt hinein
der Klang des Wassers

Regen im Shoren-Tempel, Kioto
der Goldfischweiher
trägt jetzt ein weißes Pelzchen
aus Wasserspritzern
Waldvögel am Hiei-Berg in Kioto
man sieht sie zwar nicht
aber im Nebenzimmer
hört man sie kichern
Heiterer Nachtflug
nicht hier und nicht da
eigentlich beinah nirgends
fast schon gestorben
Schwarzafrikaner im Zug nach Frankfurt
Zwiebelmettbrötchen
munden ihm gut er atmet
die deutsche Kultur
Gesichtspflege
die Nasenhaare
gestutzt bald summen Bienchen
in meine Nüstern
Ikkyūs Zen
Sitzen und Singen?
lieber die schlichte Weisheit
der Sinnesfreuden
Ikkyū Sōjun (1394-1481)
don’t hesitate get laid that’s wisdom
sitting around chanting what crap
(Crow With No Mouth. Ikkyū. Fifteenth Century Zen Master.
Versions by Stephen Berg. Port Townsend: Copper Canyon Press 1989. 54. Klappentext: „Zen master Ikkyū Sōjun was a Japanese monk-poet-calligrapher-musician who celebrated erotic love and attained satori upon hearing a crow call. Appointed headmaster at Daitokuji, the great temple in Kyoto, he lasted nine days before denouncing the rampant hypocrisy among the monks. He invited them to look for him in the sake parlors of the Pleasure Quarters.“)
Flotte Radlerin
ob ihr der Fahrtwind
beim Rock hinein- und bei den
Ohren herauspfeift?
Brief an eine Bäckerin
… rote Kirschen auf
Sahne ich träume täglich
von Ihrer Torte! …
Sommerabend
im Westen Silber
die hohen Kiefern schon schwarz
Holzschnitt mit Amsel
Seufzer in I-moll für I.
nun ist sie wieder
in Misburg lieber schriebe
ich ihr nach Paris
Foto aus Paris
selbst die Gioconda
würde zum Mauerblümchen
vor diesem Lächeln
Mit Haut und Haar
nicht eine Wimper
lässt sie zu Hause sie reist
komplett nach Paris
Frühstück mit Fischbrötchen
ihr Rocksaum schaukelt
der Ventilator weht uns
Wind um die Beine
Meisennest auf dem Balkon
erst nur Gepiepse
aber allmählich lernen
die Kleinen singen
Schönheitsoperation
wo sonst ihr Mund war
schmollt jetzt in ihrem Gesicht
ein Entenschnabel
Nachtrag zur Datenschutzverordnung
unsere Traumfrau
muss uns die Träume vorher
schriftlich gestatten
Schönheitsfehler
künstliche Wimpern
in einem bösen Gesicht
Augen mit Krallen
Sekt zum Frühstück
am Ende waren
unsere Herzen schneller
als unsre Füße
Verpasst
ihr Achterbahntraum
ich wäre damals verdammt
gern zugestiegen
Untröstlich
da träumt mal endlich
eine von mir und ich? ich
Trottel verschlaf es
Frühlingsbalkon
die Wipfel wogen
uns weht der lauwarme Wind
wild durch die Köpfe
Frühstücksbesuch II
sie klopft ich fege
schnell noch die toten Fliegen
von der Kommode
Frühstücksbesuch I
ob sie Kakao mag?
seit Tagen feile ich an
der Einkaufsliste
Jungfernstieg
der Alsterwal bläst
der Wind weht feinen Nebel
in meinen Kaffee
Dunkles Café
ihr rundliches Knie
unter dem Flecken Sonne
ein weißer Kohlkopf
Kellnerin
ohne Bedenken
würgt sie auch noch die Börse
in ihre Hose
Erkenntnis vor dem Spiegel
Schnuppe
Jahreszeiten sind
schnuppe wichtig ist eine
ruhige Seele
[无门]慧开 (1183-1260): 春有百花
春有百花秋有月
夏有凉风冬有雪
若无闲事挂心头
便是人间好时节
[Wumen] Huikai (1183-1260): Spring Has Its Myriad Flowers
Spring has its myriad flowers, autumn its moon;
summer has cool breezes, winter its snows.
If your mind is free of trivial worries,
this then is a good season in human terms.
(A Full Load of Moonlight. Chinese Chan Buddhist Poems. Translated by Mary M. J. Fung and David Lunde. Hongkong: Musical Stone Culture 2014. 82.)
Tänzerin
sie schwenkt die Hüften
auf Teufel komm raus doch ach
der Teufel bleibt drin
Sesshaft
bin längst woanders
und sitze doch noch auf dem
gelbroten Sofa
Enges Sofa
zwei Tassen Kaffee
zehnmal zehntausend Worte
zweimal zwei Füße
Weserfrühstück
draußen schwirren die
Schwalben wir fliegen drinnen
auf bunten Polstern
Einkaufszettel
zwischen 2 Tüten
Pflaumen und 3 Pfund Gurken
1 Liebesgedicht
Christi Himmelfahrt
die Amseln zwitschern
die bleiben wohl lieber noch
hier auf der Erde
Aus dem Nähkästchen
sie spricht in Schwarzweiß
ich aber höre alles
in Haut und Himbeer
Überschätzt
er gilt als Genie
dabei kann er noch nicht mal
richtig vergessen
Semperoper, Dresden
vom höchsten Balkon
sehen wir ganz weit unten
die Macht des Schicksals
„La forza del destino (Die Macht des Schicksals)“ ist eine
1862 uraufgeführte Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi.
Ristorante Castello
alle schon fort der
Kellner schielt nach der Uhr wir
reden noch immer
Frühlingsmorgen
die Tür steht offen
ein Eichhörnchen liest das Buch
auf meinem Schreibtisch
Ballerina III
ihr steifes Röckchen
gaukelt uns vor ihr Hintern
sei eine Scheibe
Ballerina II
die Beinpinzette
zupft noch die kleinsten Stäubchen
vom Bühnenboden
Ballerina I
sie ringt die Arme
um aller Welt zu zeigen
wie groß der Mond ist
Vorschlag für ein neues Wort
sollte man Frauen
die Enkel erwarten nicht
großschwanger nennen?
Frl. Suzuki
Pappmachégeisha
Nacht für Nacht steigt sie lächelnd
zu mir herunter

Frl. Suzuki, ehemals Werbebotschafterin für TEEFIX-Tee, ist pensioniert, aber durchaus noch rüstig.
Schlankheitsapostel
er wiegt sich stets erst
wenn er rasiert ist klar doch
dann ist er leichter
Frühstück im Grünen
beschwingt vom Rührei
planen wir eine wilde
Spritztour nach China
Geheimnisträgerin
sie ist so diskret
ihr Mund vor lauter Schweigen
nur noch ein Knopfloch
Audionachricht
sie sagt sie bebe
ich sehe ein Cello mit
summenden Saiten
Mit Siebzig im April
das Karussell rast
eben dreht es mich wieder
am Frühling vorbei
Eitler Erpel
er mimt den Riesen
insgeheim aber steht er
auf einer Sandbank
Der Frühling
die Zeitung kaut ihn
uns vor aber ich koste
ihn lieber selber
Raumnot
er weiß fast alles
sein Kopf ist so voll dass er
den Mund nicht zukriegt
A Cup of Tea: Nan-in, a Japanese master during the Meiji era (1868-1912) received a university professor who came to inquire about Zen. Nan-in served tea. He poured his visitor’s cup full, and then kept on pouring. The professor watched the overflow until he no longer could restrain himself. ‚It is overfull. No more will go in!‘ ‘Like this cup,‘ Nan-in said. ‘You are full of your own opinions and speculations. How can I show you Zen unless you first empty your cup?‘ (aus: Reps, Paul (ed.): Zen Flesh, Zen Bones.)
Junge Frau auf der Yongfu Lu in Tainan
Schlossführerin
Kälteeinbruch
Neuschnee im Frühling
Susi trägt wieder Strapse
aus warmer Wolle
Museum
knarzende Dielen
machen aus simplen Bildern
erst richtige Kunst
Zugfahrt mit Selfies
Hannover – Lübeck
glücklich bewundern
Mutter und Tochter nichts als
Mutter und Tochter
Entwarnung zu Ostern
nein keine Haie
Hasenohrspitzen über
dem Bodennebel
Naturwunder
warum nur blühen
ausgerechnet zu Ostern
die Osterglocken?
Kalter März
vornübergebeugt
schaufelt sie Schnee mir wird nach
Frühling zumute
Schlüpfer
das klingt als ob da
Schafwolle glitte
erst von den Füßen
aufwärts zur Mitte
dann bei Bedarf mit
doppelter Süße
auch wieder abwärts
bis auf die Füße
Frühlingsfee
statt Blümchendessous
trägt sie nun wieder trotzig
den weißen Schlafrock
Junge Frau im Bistro
sie spricht als stünde
sie vor dem Spiegel im Bad
und übte schön sein
Rückflug aus Taiwan
die Goldfiguren
gütiger Götter
die roten Säulen
schon fast vergessen
einstweilen bete
ich voller Inbrunst
nun zu den Strümpfen
der Stewardessen
Tempel der Lady Linshui
臨水夫人廟, Tainan
ein wenig graut mir
vor dieser Göttin für Milch
und Kindergeschrei

„Lady Linshui is a deity born from the legend of a woman named Chen Jinggu. This was a woman of the early AD700’s who was said to be the daughter (or avatar) of the goddess Guanyin. Chen Jinggu was a prodigy child who could speak shortly after birth and write shortly after learning to walk. She had a very storied life, but to make a long story short, she was a rain shaman who battled snake demons and then became a master of childbearing practices after her death. Legends abound about her life and she is well represented in popular film and fiction.“ (Quelle: https://tainancity.wordpress.com/2010/11/06/lady-linshui-temple/)
Studienreise
Konfuziustempel, Tainan
die sehn gar nicht hin
denen genügen Namen
und Jahreszahlen
Frühling im Hotel
Neue Hoffnung für alleinreisende Herren
Frauen mit Smartphone
irren sich leicht in der Tür
man muss nur warten
Frühstück mit Lotosblüte
Silks Place, Tainan
über dem Rührei
leuchtet ihr Lächeln heller
als Morgensonne
ein freundlicher Gott
zaubert sie duftig und frisch
in meinen Aufzug
nur Augenblicke
schwebt der Lift aufwärts leider
bleibt er nicht stecken
ich träum mir heut nacht
die zehn Sekunden mit ihr
zum Schäferstündchen
Brautmoden
Tainan
im Fenster Seide
drinnen schlürfen die Damen
Kaldaunensuppe
Tänzerinnen im Tiantan-Tempel
Tainan
die Götter strahlen
nach all dem Weihrauch endlich
mal was Konkretes

per aspera ad astra
Taiwan
der Weg zum Tempel
muss er denn immer über
Schrottplätze führen?
Fromme Alte
Tamsui, Taibei
die Räucherstäbchen
als Feuerlanze voran
stürmt sie den Tempel

Wetterwechsel in Taibei
Kälte und Regen
ach nun schmachten die Beine
wieder im Dunkeln
Aufbruch zum Siebensterneberg
Qixing Shan, Taibei
rings in den Bäumen
murmeln die Morgenvögel
wie sanfte Quellen

Chinesisches Neujahrsfest
Frankfurt – Beijing
kolibrilieblich
umschwirren mein graues Haupt
fünf Stewardessen
Im Bad
lauwarmes Wasser
rinnt mir in Strömen
sanft über Schultern
Rücken und Bauch
süße Gewissheit
jenseits der fernen
Schneewittchenberge
duscht sie jetzt auch
Damenkränzchen am Nebentisch
nur Katastrophen
der Rücken das Herz das Bein
und ach die Männer
Pornofilm
keine Erleuchtung
höchstens die Überprüfung
der Steckkontakte
Grüner Nagellack
die Frau verwirrt mich
sind diese Dinger Finger
oder Gemüse?
Für einen Schulprospekt
wir promovieren
selbst noch den letzten Trottel
zum Besserwisser
Festgarderobe
ihr Carmenkragen
die Schultern ein weißes Schiff
in schwarzem Wasser
Nachts
in meinen Träumen
murmle ich manchmal
längst vergessenes
Liebeslatein
erschrocken blinzle
ich dann zum Wecker
drehe mich um und
schlaf wieder ein
Begegnung im Sturm
der fliegende Ast
ein aus dem Park verscheuchter
fauchender Drache
Pärchen in der U-Bahn
smartphoneversunken
ertrotzen sie sich das Recht
im Weg zu stehen
Wintersturm
als Vorkommando
purzelbaumende Wölkchen
über den Wipfeln
Frühstück am Fluss
wir löffeln Eier
was aber tun die Schiffe
hinter dem Nebel?
Winternacht
trockenes Laub weht
über den eisigen Weg
ein Trommelwirbel
Fortschritt in der Lokalpresse
Inzwischen, schreiben
Jungredakteure
viele Artikeln,
verfassen sie die.
Diese Artikel,
fördert beim Leser
Klarheit Grammatik,
mit Ortografie.
Die Morgenzeitung
Kleiner Christbaum
täglich Lametta
das ganze Jahr lang glitzert
Philines Goldschopf
Beim Nüsseknacken
kleine Gehirne
verblüffend friedlich zu zweit
in einer Schale
Tanga
höchst heikel hängt da
ein Feigenblattfetzen am
seidenen Faden
Digitale Neujahrsglückwünsche
läppische Filmchen
tausendfach abgekupfert
statt eigner Worte
Silvesterspaziergang
Lübeck Hauptbahnhof
unter dem Glasdach
raunt die Göttin des Fahrplans
Ostseegeschichten
Weihnachtsakrobatik
Emojis
In der Straßenbahn
sie hören nichts mehr
Stöpsel und Kabel
hängen verzwirbelt
aus ihren Ohren
was habe ich bloß
so ganz alleine
in einem Schwarm von
Tauben verloren?
Ein Weltverbesserer
er färbt ihr Haare
und Fingernägel
bügelt die Runzeln
aus ihrer Stirne
kauft ihr zehntausend
knallrote Fähnchen
und geilt sich dran auf
die Welt als Dirne
Zwiebeltürme
I
angeblich Zwiebeln
tatsächlich aber Knödel
mit Zipfelmütze
II
über den Dörfern
läuten üppige Hüften
und schlanke Taillen
Verschneite Dächer in Wien
erst haben wir sie
für erfroren gehalten
eiserne Krähen
Brötchenkunde
Neuer Rock
Fototermin
sie könne sich jetzt
nicht knipsen lassen
ihr Kleines Schwarzes
sei noch beim Schneider
und ohne das Kleid
posiere sie nicht
was will man machen?
so denkt sie leider
Modetelegramm: Der Carmen-Ausschnitt
man kennt das Prinzip
über dem schlaffen Kragen
ein rosiger Kopf
Fünfeinhalb Minuten
heiter ragt es
aus seinem Becher
vergessen ist ach
der Henne Pein
mächtig wirft es
sich nun in Schale
hier ist es Ei
hier darf es sein
Kulturradio II
im Unmaß gespielt
sind sogar Bach und Mozart
nichts als Gedudel
Auf NDR-Kultur habe ich kürzlich in nur einer halben Stunde Beethoven, Händel, chinesische Musik, Liszt, Léhar und irgendeinen Tango schlucken müssen. Welche musikalischen Allesfresser können einen solchen Eintopf verdauen?
Strandläufer
Mit Botticelli am Strand
Darßer Ort
der braune Koffer
schwebt beinah lautlos durchs Schilf
ein kleines Wildschwein
Fußballnationalmannschaft
nur mäßig gespielt
doch die Frisürchen perfekt
wie vor dem Anpfiff
Hotelzimmer
ferne Laterne
auf der Tapete tanzen
zwei Kiefernzweige
Kulturradio I
immer dieselben
Perlen der Klassik auch nicht
besser als Schlager
Spitzenwäsche
durch kleine Löcher
in schwarzer Seide schaut sie
mir auf die Finger
Novemberstrand
kein Badebetrieb
die Möwen verreist nur noch
zwei Krähen und ich
Modetelegramm aus Nienburg
für I.
kein Pferd weit und breit
aber die Hose besetzt
mit blankem Leder
Dummköpfe
den Ernst beherrschen
sie noch aber beim Unsinn
müssen sie passen
… dem Ernst des Lebens
die Luft aus den Reifen gelassen.
(Gerhard Henschel: Bildungsroman.)
Schwarze Leggins
für I.
nirgends ein Fältchen
alle Zwickel und Winkel
gefüllt mit Figur
Domina II
sie schreibt mir stets nur
um meine Antwort ohne
Antwort zu lassen
Domina I
sie flappt mit dem Straps
doch sie verbietet mir strikt
den Knall zu hören
Presseschau
Aufschrei in allen
Blättern der böse Herbststurm
belästigt Bäume
Spatz und Taube
lieber Viskose
in meiner Hand als Seide
auf fernen Dächern
Tierfilm
ein Schildkrötenkopf
vorsichtig bohrt sich der Zeh
aus meinem Turnschuh
Blonde Joggerin
ihr Zopf zeigt nach rechts
dann wippt er nach links wohin
verdammt biegt sie ab?
Alter Bildhauer
Lindenallee im Herbst
Verspätung
Boxer
ein Stoppelglatzkopf
über dem Nacken wulstet
dreifaltiger Speck
Wärmflasche
zwischen zerwühlten
Laken gluckert und zittert
ein zartes Bäuchlein
Herbstsonntag auf dem Balkon
Die Herbstkönigin
in der Fußgängerzone
im kalten Regen
strumpflos in kurzer Hose
unübersehbar
Marienstatue
Forscher vermuten
hinter den frommen Falten
sei keine Jungfrau
Verschobene Reise
die Stewardess ist
untröstlich diesmal muss sie
ohne mich fliegen
Kormorane an der Weser
sie pfeifen heute
auf Fisch und kreisen müßig
im goldenen Dunst
Frühstück an der Weser
über den Brötchen
tuckert ein Lastkahn sanft durch
herbstliche Wiesen
Geheilt
nicht mal in ihrer
Straße hält er noch Ausschau
nach ihrem Goldschopf
Stumm
sie schweigt beharrlich
damit man glaubt sie hätte
etwas zu sagen
Umsonst
was immer er kauft
das Loch in seiner Seele
kann es kaum stopfen
Schuhe
Gedichte – über Kurz oder Lang
die langen stehen
auf dem Papier
die kurzen gehen
mir durch den Kopf
Spätsommer
ein Baum ist schon gelb
das Jahr kommt in die Jahre
der erste Goldzahn
Mond und Wolken
ab und zu schimmert
am Boden vor meinem Bett
ein weißer Teppich
Ein Masochist träumt
Masochist II
Masochist I
er jubelt vor Lust
wenn sie bisweilen beim Tanz
ihm auf den Fuß tritt
Herr Bolle
kurze Gedichte
liest er erst gar nicht er kann
sich lange leisten
Neue Gießkanne
Vielseitige Pastorin
tags trägt sie Beffchen
abends trägt sie den Busen
betörend luftig
sie predigt höllisch
schüttelt aber beim Tanzen
himmlisch die Hüften
tagsüber trotzt sie
dem Teufel abends hat sie
den Teufel im Leib




















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