wenn sie in ihren
Smartphones versinken
zur Ohrknopfmusik
die Köpfe wiegen
dann sind wir Menschen
ringsum für sie wohl
nur noch so etwas
wie Stubenfliegen
wie konnte ich nur
dem Zimmermädchen
die Socken vertauscht
zum Waschen geben
nun trag ich heimlich
rechts beige und links grau
und darf die Hosen-
beine nicht heben
ein helles Zimmer
doch ach nur ein Bett
der leiseste Mucks
kommt ihr zu Ohren
nachts lieg ich steif wie
ein totes Skelett
wenn wo was wackelt
bin ich verloren
langbeinig schwebt sie
auf hohen Sohlen
ein handbreiter Rock
die Bluse nur Schaum
ihr tiefdunkler Blick
streift mich verstohlen
dann plötzlich rülpst sie
adieu schöner Traum
stundenlang rennen
baumeln an Ringen
den Schwebebalken
zum Schwingen bringen
springen und rudern
Gewichte heben
ist das ein Beispiel
für gutes Leben?
sie sollten die Welt
doch langsam kennen
und all den Irrsinn
den wir so treiben
und mühen sich doch
in diesem längst schon
verlorenen Spiel
am Ball zu bleiben
Ich bin voller Vergnügen, und meine Tage
sind gefüllt. Ich brauche nicht nach
New Vork zu reisen, um von dort zu melden,
dass ich in New York bin. (Horst Janssen)
Laozi hat unrecht:
Rausgehen bildet
wenn man mal rumkommt
kann das nicht schaden
Laozi hat doch recht:
das wiederholt sich
nach zwei drei Runden
kennt man den Laden
*Laozi: Daodejing 47: 不出戶智天下 / Bild: „draußen und drinnen“
ein rundes Gesicht
voll Sommersprossen
und immerzu ein
Lächeln und Strahlen
als wollte sie mit
freundlichem Wesen
all die verdrängte
Raumluft bezahlen
pausenlos murmelt
mein Hirn tagsüber
so durcheinander
von Gott und der Welt
dass ich am Abend
meist selber froh bin
wenn es dann endlich
die Klappe hält
Häuser sind oben
eher pfui als hui
nur Tanks und Röhren
und Schornsteinblöcke
als stünde ich kopf
und sähe ihnen
peinlicherweise
unter die Röcke
dass sie mir absagt
kein Grund zu klagen
sie ist beschäftigt
Stunden sind rar
doch warum muss sie
so deutlich sagen
wer ihr mal wieder
wichtiger war?
die Nachbarin die
alles vorherweiß
suche ich immer
möglichst zu meiden
mir reicht ein Unglück
wenn es dann da ist
ich muss es nicht im
Vorgriff erleiden
Wellnessexperten
die alles planen
Gletscher mit Pommes
Spaßrodelbahnen
Frauenwettradeln
Hinkeln mit Stein
ich mag die Berge
zu Fuß und allein
sie schwenkt den Hintern
wie ihre Töchter
mit beinah sechzig
ganz Barbiepuppe
macht sie so weiter
ist sie in Kürze
das jüngste Kind in
der Krabbelgruppe
unter den Stiefeln
wackeln die Steine
zersplitternder Schutt
auf Schritt und Tritt
der Fels kriegt Risse
ich kriege Falten
die Alpen bröckeln
ich bröckle mit
Bergpanorama
Täler und Wälder
eisiger Gipfel
leuchtende Ketten
ich aber seh nur
diese Brünette
in Radlerhosen
bin ich zu retten?
die eine winzig
picklig mit Brille
plaudert und spottet
ein blitzender Clown
die andre ist schön
die muss nicht reden
der reicht es verträumt
durchs Fenster zu schaun
wieder so eine
Lachsalvengruppe
ein Witz ein Gebrüll
und immer so fort
Leben als Sitcom
Gags statt Gespräche
ich löffle Müsli
und sinne auf Mord
zwei iPod-Kabel
Ödland dazwischen
aus ihren Ohren
Zirpen und Zischen
ihr Kopf denkt so wenig
wie Schambein und Knie
da drin denkt nur die
Musikindustrie
den Wahnsinn mit der
nordischen Rasse
haben wir jetzt zwar
fast überwunden
doch dafür mit dem
Familienklüngel
schließlich auch nur uns
selber gefunden
sie zockeln brav in
Erstklässlerschlange
die Gruppennummer
gleich vorne am Hemd
zum Selbergucken
sind sie zu bange
die Welt sagt der Guide
sei farbig und fremd
für den Basar und
die Blaue Moschee
haben sie höchstens
ein Schulterzucken
in Istanbul sind
sie eigentlich nur
um mal woanders
ins iPhone zu gucken
Rauchopfer zaubern
drei Ehefrauen
aus Japan hierher
in Smartphone-Fenster
ähnlich beschworen
in grauer Vorzeit
die frühen Menschen
ihre Gespenster
(Erenler Nargileh Istanbul)
(Istanbul)
über dem Müsli
Charts auf dem Bildschirm
Techno und Turk-Pop:
Kampf der Kulturen
rings an den Tischen
Rentner in Buschhemd
und kurzen Hosen:
Charts der Lemuren
man träumt von schönen
schwebenden Vögeln
tatsächlich rast man
in einer Röhre
an Sitze geschnallt
durch Turbulenzen
die nächste Reise
werde ich schwänzen
schrillender Wecker
gähnende Koffer
hastiges Frühstück
jähe Erregung
Reisen wär herrlich
ohne den Wechsel
aus sanfter Ruhe
in die Bewegung
sie hat sich klangvoll
nach Leibniz benannt
der zur Barockzeit
die Welt vermessen
doch über Leibnizens
frommer Vernunft
die kritische des
Voltaire vergessen
(1. Fassung)
zum Buschhemd trägt er
Schlangenhautschuhe
sein Porsche brüllt durch
dörfliche Ruhe
beim Bäcker träumen
Frauen befangen
Tarzanmärchen von
Brötchen und Schlangen
jeder spricht täglich
hunderte Sätze
vorwiegend Unsinn
und ganz für die Katz
Wolken von Wortmüll
steigen zum Himmel
doch keine Sorge
im All ist noch Platz
in ferner Zukunft
so gegen Ende
haben Menschen statt
heutiger Hände
Faultierkrallen und
Känguruhtaschen
für Papptrinkbecher
und Fuselflaschen
man verlangt Lieder
wabernde Bilder
tanzende Popstars
die lauthals singen
wer will heute noch
nur ein paar Wörter
einsam am Schreibtisch
zum Klingen bringen?
flackernde Blitze
der Birnbaum taghell
mein Traum wird jäh vom
Donner zerrissen
sie lief im Schlitzrock
direkt auf mich zu
und dann? ach niemals
werd ich das wissen
mein Schlips hat am Halse gekniffen
die Enge war kaum zu ertragen
hab frech auf die Schlinge gepfiffen
leb lieber mit offenem Kragen
kaum einer zögert
sie alle hasten
und stürmen vorwärts
und fackeln nicht lang
jeder kämpft um die
angeblich beste
Startposition für
den Weltuntergang
(ein Beitrag zur Memetik)
Gedanken sind frei
hurra das ist fein
sie schleichen sich frei
in die Köpfe ein
machen sich breit dort
ohne zu fragen
und wir tun folgsam
das was sie sagen
„Wir ergreifen keine Idee, sondern die Idee ergreift uns und knechtet uns und peitscht uns in die Arena hinein dass wir wie gezwungene Gladiatoren für sie kämpfen.“ (Heinrich Heine: Salon. Vorrede zum ersten Band.)
was reitet mich bloß
werdet ihr fragen
täglich Reime auf
Zettel zu kritzeln?
muss ich die Welt schon
täglich ertragen
will ich auch täglich
über sie witzeln
um die Dächer Nacht
hoch vor einem Streif
Pinkorangetürkis
glänzt Kondensgeschweif
nehm auf meine Art
teil am Luftverkehr
steig in einen Reim
und bin schon am Meer
Neuland ist heute
nicht zu entdecken
nicht mal mehr in den
heikelsten Ecken
wenn sich wer auszieht
gleich sieht man hurra
Maler und Klempner
waren schon da
in hundert Bergen
fliegt nicht ein Vogel
auf tausend Pfaden
keines Menschen Spur
im Schnee still ein Boot
ein Greis mit Strohhut
zwischen den Schollen
seine Angelschnur
柳宗元: 江雪
千山鳥飛絕
萬徑人蹤滅
孤舟簑笠翁
獨釣寒江雪
(Liu Zongyuan, 773 bis 819 n. Chr.)
frühmorgens in der
Glasduschkabine
nutz ich die Brause
als Zweittelefon
und sage allen
endlich die Meinung
hoffentlich merken
die sich die Lektion
ich hasse Aufwand
und Diademe
Herbstrosen musst du
für mich nicht brechen
ein grünes Kränzchen
mehr brauchen wir nicht
wenn wir im Schatten
sitzen und zechen
persicos odi, puer, adparatus,
displicent nexae philyra coronae,
mitte sectari, rosa quo locorum
sera moretur.
simplici myrto nihil adlabores
sedulus curo: neque te ministrum
dedecet myrtus neque me sub arta
vite bibentem.
(Horaz: Oden I, 38)
sie liebt mich sagt sie
was Frauen sagen
unsere Liebe
noch zu erhitzen
kannst du getrost in
die Winde schreiben
oder in einen
Wasserfall ritzen
nulli se dicit mulier mea nubere malle
quam mihi, non si se Iuppiter ipse petat.
dicit: sed mulier cupido quod dicit amanti
in vento et rapida scribere oportet aqua.
(Catull: Carmina 70)
wenn Schmerz und Angst und
Trübsinn sie plagen
tröste ich sie und
halte sie aufrecht
doch sie hat immer
Gründe zu klagen
wenn es ihr gut geht
geht es ihr auch schlecht
(40 bis ca. 102 n. Chr.)
Spottverse wie die
des Römers Martial
würden heute mit
Recht unterbunden
menschliche Schwächen
die er noch beschreibt
sind jetzt per Fortschritt
gänzlich verschwunden
zur Erinnerung an Fritz Graßhoff (1913 bis 1997), seine „Klassische
Halunkenpostille“ und seinen „Martial für Zeitgenossen“
von meinen Versen
sagst du sind dreißig
entsetzlich missglückt
wärn aber weitre
dreißig gelungen
dann wär ich entzückt
‚triginta toto mala sunt epigrammata libro.‘
si totidem bona sunt, Lause, bonus liber est.
(Martial: Epigramme VII, 81)
ich bin zwar getauft
doch bin ich nicht fromm
und wenn ich drum nicht
in den Himmel komm
dann lad ich dich gern
in die Hölle ein
ich will dir ein zärt-
licher Teufel sein
anlässlich eines Besuchs in der Hongkong Baptist University 2005
spart euch das Schimpfen 
und Achselzucken
ein launiger Reim
muss einfach jucken
wäre er fromm und
politisch korrekt
wär er wie Wein der
nach Weihwasser schmeckt
lex haec carminibus data est iocosis,
nec possint, nisi pruriant, iuvare.
quare deposita severitate
parcas lusibus et iocis rogamus,
nec castrare velis meos libellos.
(Martial: Epigramme I, 35 10-14)
meist lob ich mir ein
gutes Gewissen
als sprichwörtlich
sanftes Ruhekissen
manchesmal wünsche
ich mir dagegen
ein Sündenpolster
es unterzulegen
was guckt ihr so ernst
und runzelt die Stirn?
stört ihr euch etwa
an meinen Witzen?
ihr glaubt ihr seid hier
auf dem Olymp und
merkt nicht dass wir im
Narrenhaus sitzen
einst war sie meine
Lieblingsrakete
himmelwärts flog ich
auf ihr wie ein Gott
dann warf sie mich ab
nun kreist sie im All
in eisiger Höhe
mein Weltraumschrott
reg dich Menschlein lebe
koste Brot und Rebe
nimm dich nicht zu wichtig
diese Welt ist nichtig
tanz dein Existenzchen
wedele dein Schwänzchen
schüttele dein Pfläumchen
träum noch zwei drei Träumchen
kehr dann aus Schmerz und Glück
getrost ins Nichts zurück
keine Satire!
greift niemanden an!
nie über niemand
spotten und lachen!
sonst wird euch sofort
der Niemandsverband
als Antiniemisten
zur Schnecke machen
mich fragen Sie nach Jugendsünden?
ich war katholisch war ein Schaf
hab keine Sünden zu verkünden
war ach zum Sündigen zu brav
Menschlein sei nicht so beflissen
musst doch gar nicht alles wissen
musst nicht jeden Dreck behalten
musst nicht alles selbst gestalten
musst nicht alles registrieren
zählen ordnen kritisieren
darfst dich ab und zu auch lösen
ziellos schweben träumen dösen
albern über Ernstes lachen
dich sogar zum Narren machen
und so darf auch dieser Reim
ruhig unvollkommen bleim
*auf das chinesische Sprichwort „nan de hutu: Es ist schwer, Einfalt zu erlangen.“
sie stürzen sich auf
Kinder und Enkel
Ehre Karriere
und zwischen Schenkel
sie tun im Laufschritt
Jakobswegbuße
erst Freund Heins Sense
lehrt sie die Muße
(Amrum)
er sieht mich kommen
blinzelt ins Weite
knurrt irgendetwas
runzelt die Stirn
und zieht sich langsam
das schwere breite
innere Reetdach
übers Gehirn
(Amrum)
ich raffe mich auf
und xylophone
die Bohlentreppe
zur Dünenkrone
schließe dann oben
scharf wie ein Messer
man sieht zwar weiter
aber nicht besser
ich steig auf Dünen
stapf tapfer durch Sand
trotze heroisch
den Stürmen am Strand
und kein Mensch sieht es
und kein Mensch hört es
einziger Vorteil
niemanden stört es
(Amrum)
es zottelt schwarzbraun
auf grüner Wiese
im Drahtzaungeviert
tagtäglich allein
ich mag es es ist
so unprätentiös
und ganz zufrieden
ein Schäfchen zu sein
(Amrum)
ein Engel reitet
stets in der Nacht
spärlich bekleidet
auf meinem Dachfirst
ich hätte mir das
viel schöner gedacht
du siehst nur Schenkel
wenn du mal wach wirst
vor meinen Fenstern
überall Wasser
wenn dieser Insel
der Untergang droht
dann sind die Fische
halt meine Möwen
und die Mansarde
mein Unterseeboot
ich hab hier Fenster
in alle Winde
und lasse suchend
die Blicke schweifen
nichts ist zu sehen
oh weh ich finde
statt hübscher Möwen
nur Nebelstreifen
dort auf der Leine
schneeweiße Höschen
friesischer Frauen
innigste Hülle
zehn Schritte weiter
verspritzt ein Bauer
von seinem Trecker
gelbliche Gülle
die Köche haben
winzige Bröckchen
kunstvoll zu etwas
ganz Großem garniert
und manche hoffen
wenn sie hier essen
dass sowas nun auch
mit ihnen passiert
es gibt bei manchen
uralten Mackern
so eine Tendenz
sich abzurackern
sie wollen zeigen
sie können es noch
und blähen sich auf
und sterben dann doch
der Kopf ist der Turm
gleich hinter der Stirn
läutet gesittet
das fromme Gehirn
doch unten im Bauch
im Glöcknerabteil
da tanzt der Teufel
und ruckelt am Seil
Wolken die über
den Himmel fegen
winzige Röcke
Bäume im Regen
sie teilt das Chaos
in schmale Streifen
streng parallel und
leicht zu begreifen
wir leben vielleicht
nur aus Gewohnheit
nicht wegen all des
Guten und Schönen
ich bin fast sicher
wenn wir mal tot sind
werden wir uns auch
daran gewöhnen
ich gebe ja zu
sie krönt die Figur
und ist im Winter
warm wie die Hölle
aber sie fusselt
aus meinem Nabel
quillt nun beim Ausziehn
schwarzes Gewölle
in kahlen Bäumen
krächzen die Krähen
ich stehe über
die Inschrift gebeugt
da spür ich plötzlich
wie sie von unten
tief aus dem Erdreich
mich kritisch beäugt
das Licht ausgeknipst
und lauthals gelacht
nun kann die Welt mir
gestohlen bleiben
so möcht ich sterben
auf alles pfeifen
und heiter ins Nichts
hinübertreiben
er hatte die Welt
in Haut und Knochen
hat streng nach Shanghai
und Rom gerochen
nun riecht er nicht mehr
nach fernem Gestade
nur noch nach Seife
eigentlich schade
zwei Küstenschenkel
zur Ostsee gespreizt
wo sie sich treffen
ein nasser Hafen
ein Fischbrötchenort
von Salzluft gebeizt
doch leider leider
schrecklich verschlafen
und wieder Neujahr
Laufmaschen sind wir
im seidenen Strumpf
am Bein der Zeit
schon geht es aufwärts
am Oberschenkel
unter die Röcke
der Ewigkeit
(Shanghai)
schwarz färbt sie ihr Haar
ihr Kleidchen flattert
Strass glänzt am Rock und
auf den Pantoffeln
sie ist fast sechzig
warte bald wohnt sie
wie halt wir alle
bei den Kartoffeln
(Shanghai)
mitten zwischen den
vorwärts trippelnden
Rüschenkleidchen und
Schleifchen aus Samt
strebt unbeirrbar
ein älterer Herr
mit Aktentasche
rückwärts* ins Amt
*In China gehen ältere Menschen gelegentlich rückwärts, um sich zu trainieren.
(Shanghai)
sie trägt ein leichtes
rotseidenes Kleid
am Mondkuchenstand
verhält sie den Schritt
da fliegt die Tür auf
ein Windstoß blättert
in ihren Rüschen
und ich lese mit
(Shanghai)
wie sanft sie lächelt
ein Lotosgewächs
mit schneeweißer Haut
und blassroter Lippe
jetzt kraust sie die Stirn
und telefoniert
oh je sie hat das
Zeug zur Xanthippe
(Shanghai)
schlendre im Volkspark
kann doch nicht träumen
Heimwerkersägen
in allen Bäumen
die Traumfee verschwimmt
nur noch Geschrille
verdammte Zikaden
ich brauche Stille
als ich ein Kind war
liebte ich Erbsen
die kleinen süßen
rolligen runden
lebenslang hab ich
dann Erbsen gesucht
meist aber eine
Prinzessin gefunden
Hüter der Ordnung:
Hemdchen und Höschen
den üppigen Rumpf
in Form zu zurren
Flügel der Freiheit:
Arme und Beine
in großen Schwüngen
davonzusurren
bin vierundsechzig
ein Schachbrett zerkratzt
von Bauern Pferden
Türmen mit Zinnen
Königen Läufern
und ach vor allem
den Stöckelschuhen
der Königinnen
grün ragt der Leuchtturm
von Dänemark her
schwappt Tang an schlanke
Gänsehautwaden
rot hängt die Sonne
dicht über dem Meer
absturzbereit am
seidenen Faden
stemm ich Gewichte
träum ich von Frauen
die für mich schwärmen
und Strümpfe stricken
komm ich nach Hause
wo sind die Damen?
nicht einmal eine
lässt sich dann blicken
der Ausflug geplant
der Rucksack gepackt
da erfasst mich des
Geistes Gebrause
ich stoppe das Stück
nach dem ersten Akt
bewahre Ruhe
und bleib zu Hause
Matsuo Basho: Frosch
Der alte Weiher
Ein Frosch springt hinein
der Klang des Wassers
Binsen und Birken
in tiefer Stille
die Fische schweigen
im Schlingpflanzenreich
ein einzelner Frosch
stört die Idylle
er springt in die Luft
und plumpst in den Teich
fürs erste reicht mir
die Welt mal wieder
ich ziehe mich auf
mein Sofa zurück
zähl noch ein Weilchen
Frauen und Schäfchen
und schon bin ich weg
das Nichts ist das Glück
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